Lygodactylus williamsi nun geschützt nach WA Anhang 1 (höchster Schutzstatus)

Lygodactylus williamsi Männchen
Lygodactylus williamsi Männchen

Auf der 17. Artenschutzkonferenz wurde am 02. Oktober 2016 beschlossen, den Lygodactylus williamsi den höchstmöglichen Artenschutz zuzuweisen: Die Listung im Anhang I des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (CITES)

Marco Bergmann hat auf seinem Blog „Terrarianer“ einen guten Übersichtsartikel zu diesem Thema verfasst. Ich erlaube mir, aus dem betreffenden Artikel zu zitieren:

Was bedeutet das nun für uns Terrarianer?

Grundsätzlich dient das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) dem Schutz wildlebender Arten. Aber natürlich sind auch Privathalter davon betroffen, weil im Artenschutzrecht bestimmte Auflagen zu erfüllen sind. Lygodactylus williamsi wird als CITES-Anhang-I-Art in der EU einem Besitz- und Vermarktungsverbot unterliegen. Nachzuchten sind davon grundsätzlich ausgenommen. Diese werden jedoch zusätzlich zu der seit Dezember 2014 geltenden Meldepflicht einerKennzeichnungspflicht gemäß Abschnitt 4 BArtSchV unterliegen. Außerdem muss für den Handel mit Nachzuchten eine EG-Vermarktungsgenehmigung beantragt werden, deren Gebühr vom wirtschaftlichen Wert der zu handelnden Tierart abhängt.

Derzeit greifen noch die Regelungen der aktuell gültigen EU-Artenschutzverordnung (Verordnung (EG) Nr. 338/97), deren Vollzug durch die Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) und das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) in Deutschland geregelt ist. Nach Abschluss der Artenschutzkonferenz sind die CITES-Mitgliedsstaaten angehalten, die Beschlüsse innerhalb von 90 Tagen in ihren jeweiligen Artenschutzgesetzen und -verordnungen umzusetzen (Article XV CITES). Das bedeutet, dass bis Anfang 2017 die Anhänge der EU-Artenschutzverordnung entsprechend geändert werden müssen. Bis dahin sind Haltung und Handel noch zu den bisherigen Auflagen möglich.Sobald L. williamsi als CITES-Anhang-I-Art in den Anhang A der EU-Artenschutzverordnung aufgenommen wurde, greifen die für die Anhang-A-Arten geltenden strengen Artenschutzvorschriften.

(…)

Die Listung im CITES-Anhang I und die damit bevorstehende Aufnahme von L. williamsi im Anhang A der EU-Artenschutzverordnung bedeuten für Halter und Züchter in Zukunft sehr viel mehr Aufwand, Kosten und Bürokratie, weswegen wohl viele Erhaltungszuchten einbrechen werden. Womöglich kommt es in den nächsten Wochen noch zu regelrechten Panikverkäufen, weil Halter und Züchter die verschärften Auflagen scheuen oder aufgrund von Panikmache sogar Angst vor Hausdurchsuchungen und Beschlagnahmungen haben. Wer sich an die geltenden Auflagen hält, hat aber normalerweise nichts zu befürchten (von vereinzelt vorkommender Behördenwillkür einmal abgesehen).

Den ganzen Artikel findet ihr auf http://terrarianer.blogspot.de/2016/10/hochster-schutzstatus-fur-den.html

Grundsätzlich solltet ihr den o.g. Blog im Auge behalten, denn Marco Bergmann informiert auf http://terrarianer.blogspot.de immer sehr zeitnah und allgemein verständlich über gesetzliche Änderungen.

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