Haltungsbericht Rhampholeon acuminatus

Rhampholeon acuminatus male

Rhampholeon (alt: Rhinodigitum) acuminatus wurden von Mariaux & Tilbury 2006 erstmals entdeckt und beschrieben. Sie stammen aus der Morogoro Region in den Nguru Bergen in Tansania.

Rhampholeon acuminatus Distribution

Rhampholeon acuminatus Distribution

Aussehen & Geschlechtsunterschiede: Der Name leitet sich vom lateinischen „acuminare“ (schärfen) ab und bezieht sich auf die vielen spitzen, scharfkantigen Tuberkelschuppen auf Kopf und Körper der Tiere. Als englischen ‚common name’ gibt TILBURY (in Vorb.) „Nguru Spiny Pygmy Chameleon“ an, lokale Bezeichnungen sind nicht bekannt.

Die Rhampholeon acuminatus erreichen Gesamtlängen (GL) von 60-80 mm, wobei die Männchen im allgemeinen etwas größer als die Weibchen werden . Die Schwanzlänge (SL) beträgt ca. 25-30 %.

Die Beschuppung zeichnet sich durch die oben erwähnten, über den Körper, die Gliedmaßen, Kehle und Kopf verstreuten, auffällig spitzen Tuberkelschuppen aus. Einige besonders große dieser ‚Stachelschuppen’ sitzen oberhalb der Augen.

 

Der flexible, vertikal abgeflachte ‚Nasenfortsatz’ reicht deutlich über die Schnauzenspitze hinaus. Während er bei Männchen meist an der Vorderkante axtförmig, wie abgeschnitten, ausgebildet wirkt, ist er bei den Weibchen kleiner und durchgängig gerundet. Rhampholeon acuminatus besitzt deutliche Krallen mit zwei Spitzen.

Die Färbung reicht stimmungsabhängig von schwarzen (Streßfärbung), grauen und beige-braunen über olivfarbene bis zu grünen und auch blauen Tönen. Gelegentlich werden lateral, bei Weibchen auch auf den Innenseiten der Beine, orangefarbene Musterungen gezeigt. Meistens sind auf den Seiten der Tiere zwei vom vorderen Rücken zum hinteren Bauch diagonal laufende, schmale Streifen erkennbar. Bei Erregung können sie deutlich breiter und dunkler werden und zackig ausgefranst wirken.

Gefährdung: Rhampholeon acuminatus sind nach bisherigem Kenntnisstand endemisch für ein sehr kleines Gebiet um Ubili. Auch die vertikale Verbreitung ist auf die Höhenstufe von 1500-1600 m, also auf lediglich 100 Höhenmeter, begrenzt. Das Verbreitungsgebiet liegt im “Nguru South Catchment Forest Reserve“, was aber lediglich einen Schutz dem Namen nach bedeutet (TILBURY in Vorb.). Hinzu kommt, dass die Tiere nach wie vor nicht in CITES oder Europäischer Artenschutzverordnung gelistet sind und somit de facto keinerlei Kontrollen unterliegen. Die dauerhafte Etablierung gesunder Zuchtgruppen durch Austausch von Informationen und Nachzuchttieren sollte also ein dringliches Ziel sein.

Aus diesem Grund sollte man dringend von Wildfängen absehen. Abgesehen von dem Stress, dem die Tiere durch den Import ausgesetzt sind und dem sehr wahrscheinlichen Parasitenbefall, kann der Bedarf mittlerweile durch Nachzuchten gedeckt werden. Man muss sich nur die Mühe machen, nach seriösen Züchtern Ausschau zu halten.

Fortpflanzung: Die Weibchen legen durchschnittlich zwischen 3 und 5 (bis zu max. 8!) Eier. Die Eier und werden bevorzugt unter einer Moosschicht abgelegt, die Trächtigkeitsdauer beträgt ca. einen Monat.

Rhampholeon acuminatus - gravides Weibchen

Rhampholeon acuminatus – gravides Weibchen

Lebenserwartung: Die durchschnittliche Lebenserwartung im Terrarium liegt bei ca. 3 Jahren. Wobei die Weibchen durch die Belastung der Trächtigkeit im allgemeinen eine nicht ganz so hohe Lebenserwartung haben.

Dieser Haltungsbericht ist noch nicht vollständig und wird fortlaufend erweitert und ergänzt. Über Ergänzungen und Korrekturen würde ich mich sehr freuen.

Quellen:

http://www.rhampholeon-acuminatus.de/

http://www.agchamaeleons.de/wp-content/uploads/2009/09/CHAMAELEO37.pdf

http://reptile-database.reptarium.cz

Leider gibt es nur sehr wenig (aktuelle) Literatur über Stummelschwanzchamäleons, am besten informiert man sich in Foren oder den einschlägigen Facebook Gruppen direkt bei den Züchtern.

Empfohlene Literatur:

Stummelschwanzchamäleons Rieppeleon
Stummelschwanzchamäleons Necas Schmidt

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Download Anhang

  • pdf Artikel über Rhampholeon acuminatus aus CHAMAELEO 37-2008
    Artikel über Rhampholeon acuminatus aus der Zeitschrift der AG Chamäleons in der DGHT, Ausgabe 37, Jahr 2008 von R. Müller und U. Walbröl
    Dateigröße: 528 KB Downloads: 416
  • pdf The D3 Cycle
    The D3 Cycle - by John Courteney-Smith Taken from “lighting for crepuscular and understory reptiles by John Courteney-smith”
    Dateigröße: 889 KB Downloads: 492

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