Haltungsbericht Lygodactylus williamsi

Lygodactylus Williamsi Männchen
Lygodactylus Williamsi Männchen

Geckos (Gekkonidae) sind eine beliebte und artenreiche Familie, die sich auf 5 Unterfamilien differenziert. Lygodactylus Arten gehören zur Unterfamilie der Gekkoninae. Dabei handelt es sich durchweg um kleine, attraktiv gefärbte Arten. Die wohl beliebteste und berühmteste Gattung der so genannten Taggeckos stellt die Gattung der Phelsuma dar, deren Verbreitungsschwerpunkt in Madagaskar liegt. Viele der ca. 60 Arten der Zwerggeckos (Lygodactylus), die im gesamten südlichen Afrika verbreitet sind, können aber in Punkto Farbenpracht und Faszination locker mit ihren berühmten großen madagassischen Geckobrüdern mithalten. Zwei Lygodactylus Arten sind sogar in Südamerika zu finden. Die wohl spektakulärste und Farbenprächtigste Lygodactylus Art ist der Lygodactylus williamsi, welcher schon kurz nach seiner Entdeckung an großer Beliebtheit gewann.

Herkunft & Lebensraum: Als Mikroendemit bewohnt Lygodactylus williamsi ausschließlich den weniger als 4 km² großen Kimbosa Forest und nahegelegene kleine Gebiete in Tansania und lebt in ca. 350m Höhe über NN. Das Gebiet des Kimboza-Forest ist tagsüber sehr trocken und nachts halbfeucht. Es herrschen vor Ort ozeanische Temperaturen und ozeanische Niederschläge. Die höchst Temperaturen werden im Dezember erreicht und betragen 28 Grad Celsius. Von Ende Juni bis Ende August herrscht eine Trockenzeit. In den anderen Monaten werden maximale Werte von 24 Grad erreicht. Diese Art lebt baumbewohnend und ist vorwiegend auf Pandanus (Pandanus kirkii und rabaiensis) Bäumen zu finden.

Schutzstatus: Update 2017: Seit Januar 2017 unterliegen die L.williamsi der höchsten Schutzstufe. 

EU-Anhang A – Handel verboten:

Der Himmelblaue Zwergtaggecko (Lygodactylus williamsi) ist nun im EU-Anhang A zu finden. Er gilt gemäß § 7 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) ab dem 04.02.2017 als „streng geschützt“. Der Handel mit diesen Tieren ist ab sofort in der EU verboten. Ausgenommen vom Verbot sind nachgezüchtete Exemplare, für die eine Befreiung vom Vermarktungsverbot ausgestellt wurde. Züchter dieser Arten müssen also künftig eine solche Vermarktungsgenehmigung bei ihrer zuständigen Naturschutzbehörde beantragen, bevor sie ihre Nachzuchten abgeben dürfen. Nur mit einem solchen Dokument ist die Weitergabe von Nachzuchten in Zukunft erlaubt! Die Kosten für diesen Amtsakt sind je nach Gebührenordnung des Bundeslandes unterschiedlich. Manche Bundesländer haben einen Festpreis, andere errechnen die Gebühren anhand des (womöglich geschätzten) Marktwertes des Tieres. Für den Handel mit Drittländern (wie z.B. der Schweiz) müssen darüber hinaus Ausfuhr- bzw. Einfuhrgenehmigungen beim Bundesamt für Naturschutz beantragt werden.

Die o.g. Vermarktungsgenehmigung ist an das individuelle Tier geknüpft und gilt nur für dieses, weswegen zusätzlich eine eindeutige Kennzeichnung der Tiere erforderlich ist.

Kennzeichnungspflicht: Neben der für bereits zuvor bestehenden Meldepflicht, müssen sie nun gemäß § 12 Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) eindeutig gekennzeichnet werden. § 13 BArtSchV legt die bevorzugte Methode der Kennzeichnung fest. Reptilien sind nach Wahl des Halters bevorzugt per Fotodokumentation oder Transponder zu kennzeichnen. Die Transponderkennzeichnung ist allerdings nur bei Reptilien mit einer Körpermasse ab 200 g (Schildkröten ab 500 g) möglich. Diese Art der Kennzeichnung fällt z.B. beim Himmelblauen Zwergtaggecko weg. Die Fotodokumentation wäre wiederum erst rechtlich bindend, wenn diese in der Anlage 6 BArtSchV genannt wird. Dies kann aber noch dauern. Derzeit evaluiert eine Fachgruppe die Möglichkeit einer Fotodokumentation. Solange diese nicht verbindlich im nationalen Artenschutzrecht festgelegt wurde, stehen Halter vor folgendem Problem: Die EU hat einen Schutzstatus beschlossen, deren Vollzug im nationalen Recht nur eingeschränkt möglich ist. Bis zu einer rechtlich verbindlichen Definition der Fotodokumentation in der Anlage 6 BArtSchV ist diese Art der Kennzeichnung nicht verlässlich möglich. Bis Klärung der Sachlage obliegt es den zuständigen Naturschutzbehörden, über die Art der Kennzeichnung zu entscheiden. § 13 BArtSchV nennt alternative Kennzeichnungsmethoden, wenn keine der gängigen Methoden möglich ist – beispielsweise mittels molekulargenetischer Untersuchung (sprich DNA-Tests). Denkbar wäre auch, dass für jeden Abgabevorgang eine neue Vermarktungsgenehmigung beantragt werden muss, was normalerweise nur einmalig seitens des Züchters notwendig wäre.

Bis zur Klärung der Kennzeichnungspflicht und Schaffung einer einheitlichen Regelung im Bundesartenschutzrecht müssen Züchter, Händler und Halter, die ihre Tiere abgeben möchten, bei ihrerzuständigen Naturschutzbehörde nachfragen, wie diese die Sache regelt und unter welchenVoraussetzungen die für die Abgabe notwendigen Vermarktungsgenehmigungen erteilt werden.

Lebenserwartung: Über die Lebenserwartungen im Terrarium ist bisher relativ wenig bekannt. Dies ist darauf zurückzuführen, dass diese Art erst vor kurzem entdeckt wurde und folglich noch nicht lange im Terrarium gehalten wird. Geht man von anderen Lygodactylus Arten aus, beträgt die Lebenserwartung zwischen 6 und 9 Jahren. Bekannt ist bereits, dass insbesondere beim Männchen die intensive Blaufärbung immer dunkler wird und somit das erste Anzeichen des Alterungsprozesses darstellt.

Aussehen & Geschlechtsunterschiede: Die Männchen und Weibchen von L. williamsi weisen keine ausschlaggebenden Größenunterschiede auf. Die meisten Tiere dieser Art erreichen eine Gesamt-Körperlänge von ca. 60-80mm. Die KRL (Körper-Rumpf-Länge) beträgt zwischen 42-46 mm.

Lygodactylus williamsi Männchen

Lygodactylus williamsi Männchen

Die Schwanzlänge weist dabei in etwa (nicht entscheidend kleiner) die gleiche Länge wie die KRL auf. Geschlechtsunterschiede werden häufig anhand der intensiven blauen Färbung der Männchen vorgenommen. Allerdings kann dieses Geschlechtsbestimmungsverfahren zu erheblichen Irrtümern führen, da ein unterdrücktes Männchen, im Gegensatz zum dominanten Rivalen, diese intensive Färbung nicht aufweisen muss. Eine eindeutige Geschlechtsbestimmung ist somit nur bei einer strikten Einzelhaltung oder anhand der männlichen Präanalporen (7 Stück) möglich. Desweiteren sind Männchen an einer verdickten Schwanzwurzel zu erkennen. Weibchen von L. williamsi haben eine klare grünlich -goldene Färbung. Beide Geschlechter dekoriert ein schwarzes Band von der Schnauze über die Augen bis zum Hals. Auf dem Kopf verläuft eine zweite, V-förmige Nebenlinie annäherungsweise zur ersten. Jungtiere dieser Art haben die gleiche Färbung wie die weiblichen Tiere und sind zuerst an den deutlichen Präanalporen zu erkennen.

Lebensweise & Verhalten im Terrarium: Es wir oft von dem enormen Sexualtrieb des Männchens berichtet und deshalb eine  1.2 oder 1.3 Haltung empfohlen, damit ein einzelnes Weibchen nicht unter diesem Sexualdruck leidet. Ich persönlich empfehle erst einmal die 1.1 Haltung, nur bei Bedarf (s.o.) UND ausreichend großem Terrarium kann später evtl. noch ein Weibchen dazu gesetzt werden. Bitte beachten Sie dabei, dass bei einer 1.x Haltung für jedes Tier ein eigener Sonnenplatz vorhanden sein muss!

Lygodactylus williamsi Weibchen

Lygodactylus williamsi Weibchen

Zumindest bei unserem Pärchen kann ich diesen Stress nicht beobachten. Das Männchen darf einmal am Tag nach der Eiablage kopulieren und lässt das Weibchen ansonsten in Ruhe. Die Kopulation kann zwischen 10 und 45 Minuten betragen.  Nach einer sehr geringen Eingewöhnungszeit, bemerkt man sehr schnell, dass L. williamsi keine scheue Art ist und das Becken im vollen Umfang ausnutzt. Insbesondere das Männchen entpuppt sich als wahrer Akrobat und turnt durch das ganze Terrarium. Ihre Hauptaktivitätsphase haben sie hauptsächlich nachmittags, diese zieht sich nun bis kurz vorm Abschalten der Beleuchtung hin. Im Terrarium kann man immer wieder Sprünge über 20cm erleben.

Terrarium & Gestaltung: Laut den gesetzlichen Bestimmungen muss das Terrarium eine Größe von 30x30x40 cm. (LxBxH) mindestens aufweisen (wenn man von einer KRL von 5cm ausgeht). Diese Größe kann aber keinesfalls empfohlen werden und ist viel zu klein. Aufgrund des bereits beschriebenen Verhaltens ist ein größeres Terrarium zu empfehlen, damit die Tiere auch ihren natürlichen Vorlieben nachgehen können. Empfehlenswert ist ein Terrarium mit den Mindestmaßen von 50x50x80 (LxBxH) für eine Haltung von 1.1. Für eine Haltung von 1.2 wäre ein Terrarium mit den Maßen von 60x60x100 (LxBxH) unbedingt anzuraten. Natürlich kann das Terrarium auch wesentlich größer ausfallen, denn je größer desto besser!

Man sollte beim Kauf des Terrariums darauf achten, dass die obere Lüftungsfläche größer als die bei Standardterrarien üblichen 6 bis 10 cm ist. Ebenso ist es von erheblichem Vorteil feine Gaze zu verwenden wenn man ab und zu Drosophila als Nahrung anbieten möchte. Empfehlen kann ich an dieser Stelle die Terrarien von Terrarienbau Hohls, denn diese Terrarien sind so gestaltet, dass die UV Strahlung des auf der Drahtgaze plazierten UV-Leuchtmittels ungefiltert die Tiere erreicht.

Bezüglich der immer wieder auftretenden Fragen, dass es angeblich für die Tiere in einem größeren Becken schwieriger sei Futter zu ergattern und deshalb ein kleineres Becken zu empfehlen ist, kann ich nur widersprechen. Lygodactylus williamsi ist zum einen ein sehr guter und flinker Jäger und zum anderen wird auch in der Natur nichts auf dem silbernen Tablett serviert. Selbst bei unseren Jungtieren ist ein ausgeprägter Jagdtrieb zu beobachten und sollte unbedingt gefördert werden.

Als Bodengrund verwenden wir eine Schicht großer Blähtonkugeln als Drainage und darüber eine Schicht unbehandelter Kokosfasern. Damit der Boden nicht mit der Zeit verschlammt und sich beide Schichten vermischen, sollte man eine Fleece-Schicht einbringen. Es wird empfohlen, den Bodengrund mit weißen Asseln und Tropischen Springschwänzen anzuimpfen. Diese können als Nahrung dienen, aber in der Hauptsache die Aufgaben einer natürlichen Müllabfuhr (Schimmel, Kot, tote Pflanzen) übernehmen.

Ansonsten ist es ratsam mindestens eine großblättrige Pflanze, wie z.B.: Sanseverien, Bromelien, Palmen usw. zu integrieren, da diese gerne als Lauffläche, Schlafplatz, Rückzugsplatz und zur Eiablage genutzt werden. Bitte lesen Sie dazu auch meinen Artikel Bepflanzung und Einrichtung. Als weitere Einrichtungsgegenstände können Korkröhren, Äste, Lianen oder Bambusröhren verwendet werden.

Beleuchtung: Bei den handelsüblichen Terrarien wird durch die zu geringe Lüftungsfläche oben und dem gezwungenermaßen platzieren des Leuchtmittels auf dem Glas, ein Großteil der UV Strahlung herausgefiltert wird und erreicht das Tier gar nicht. Zusätzlich kann -durch die hohe Hitzeeinwirkung- im schlimmsten Fall auch das Glas Risse bekommen.

Terrarium Beleuchtung

Terrarium Beleuchtung

In jedem Fall muss die Beleuchtung für Geckos (und auch Chamäleons) außerhalb des Terrariums angebracht werden, denn die sehr agilen und springfreudigen Tiere können sich sonst an dem Leuchtmittel verbrennen. Gerade die dringend anzuratenden Metalldampflampen (z.B. Bright Sun, SolarRaptor u.ä.) werden sehr heiß und es besteht Verletzungsgefahr.

Da mich immer wieder Anfragen von zukünftigen Terrarianern erreichen, kann ich diesen Punkt gar nicht genug betonen: In jedem Terrarium von jeglicher Gecko oder Chamäleonart ist die Beleuchtung -ohne Ausnahme- AUSSERHALB des Terrariums anzubringen! Ganz egal, was Ihnen evtl. in einem Zoo-„Fach“geschäft erzählt wurde.

Die Beleuchtung des Beckens muss natürlich individuell gewählt werden. Dabei muss aber vor allem auf die notwendige UV Strahlung geachtet werden. Diese UV Strahlung ist extrem wichtig, da Reptilien Tetrachromaten sind. Dies bedeutet, dass sie im UV-A Bereich sehen und sie im Gegensatz zu uns auch Photorezeptoren haben.

Unser Lygodactylus Terrarium wird mit einer Bright Sun Jungle 50W beleuchtet. Das derzeitige Terrarium hat die Maße: 45x45x60 (LxBxH). Sogenannte Kompakt-Lampen (Energiesparlampen)  oder Leuchtstoffröhren kann ich persönlich nicht empfehlen, da weder die Beleuchtungsstärke (Lux) noch die UV-Stärke für die Beleuchtung ausreichend ist. Leider wird jedoch aus Kostengründen gerne auf diese Beleuchtungsvariante zurückgegriffen. Meiner Meinung nach, muss man sich im klaren darüber sein, dass die Terraristik ein technik- und kostenintensives Hobby ist und man nicht an dem elementarsten Element (Beleuchtung) sparen sollte. Denn unzureichende Beleuchtung hat bei den Tieren Mangelerscheinungen und Krankheiten zur Folge.

An einem sonnigen Tag in freier Natur wird eine Beleuchtungsstärke von ca. 100.000 Lux erreicht. Zum Vergleich: Kompaktlampen erreichen im Schnitt 1.500 Lux, Metalldampflampen (HQI) dagegen ca. 60.000 Lux. Diese Werte sprechen für sich. Für weitere Infos zum Thema Beleuchtung besuchen Sie bitte unbedingt die Seite von Dr. Sarina Wunderlich und Dieter Humbel, die sich ausführlich mit der Thematik beschäftigt haben.

Aus diesen Gründen kann ich nur dringend zu der Anschaffung eines HQI-Strahlers mit entsprechendem Vorschaltgerät raten. Die Bright Sun, X-Reptile oder Solar Raptor können uneingeschränkt empfohlen werden. Beim Kauf muss man die Wattstärke und die Variante (Flood oder Spot) entsprechend der Terrariengröße und den Herstellervorgaben (Mindestabstand zum Tier) unbedingt beachten. Nach spätestens einem Jahr müssen diese Strahler getauscht werden, da nach diesem Zeitraum keine UV-Abgabe mehr gewährleistet ist. Bitte bedenken Sie auch, dass ihre Tiere diese Investition mit Gesundheit und Aktivität danken werden.

Haltungsparameter: Die Temperatur sollte am Tag zwischen 26 und 30 Grad Celsius liegen, punktuell auch bis 34 Grad. Es ist darauf zu achten, dass jedem Tier ein Sonnenplatz zur Verfügung steht. Nachts kann dann die Temperatur zwischen 18 und 22 Grad (ca. Zimmertemperatur) liegen. Die relative Luftfeuchtigkeit sollte am Tag zwischen 50 und 65% liegen und nachts auf bis zu 80% ansteigen.

Futter- und Vitaminversorgung: Es können alle gängigen Futtertiere angeboten werden. Bewährt haben sich: mittlere Heimchen, Terfly, Ofenfische sowie ab und zu Obstbrei, Repashy Daygecko Food oder Jelly. Drosophila oder Maden reichen wir nur sehr selten. Drosophila werden nicht von allen Tieren gut vertragen und sollten niemals als ausschließliches Futter verwendet werden. Kleine Wachsmaden werden gerne genommen, sind jedoch sehr gehaltvoll und sollten eher als seltenen Leckerbissen oder zum aufpäppeln angeboten werden. Ansonsten können die Tiere leicht verfetten.

Die Futterinsekten müssen mit einem Vitaminpräparat vor ca. jeder zweiten Fütterung bestäubt werden. Wir verwenden Korvimin (erhältlich beim Tierarzt) oder Reptivite. Reptivite haftet an den Futtertieren besser als Korvimin.  Desweiteren sollten die Futtertiere über einen angemessenen Zeitraum zuvor angefüttert worden sein (goodloading). Wir verwenden für unsere Heimchen Repashy SuperLoad oder BugBurger. Man kann auch Haferflocken, Gurken, Karotten, Äpfel etc. verwenden, allerdings lassen sich die o.g. Produkte leichter anwenden und die Gefahr der Schimmelbildung besteht nicht, sind allerdings auch deutlich teurer.

Für die Weibchen sollte etwas Sepiaschale separat zur Verfügung stehen, damit ein erhöhter Kalk-Bedarf (z.B. bei Trächtigkeit) individuell gedeckt werden kann. Die Wasserversorgung wird bei uns durch das Sprühwasser, welches beim täglichen übersprühen der Terrariumeinrichtung entsteht, gesichert. Bitte verwenden Sie keine Wasserfällen oder Vernebler, auch wenn das nach Ihrem Empfinden „schön aussieht“, da das Wasser schnell verkeimt und die Tier erkranken können.

Zucht: Aufgrund der enormen Nachfrage von Lygodactylus williamsi ist die Nachzucht von essentieller Bedeutung, um dadurch das natürlich Habitat dieser Tiere zu schützen. In der Fortpflanzungszeit kleben die Weibchen meistens ein Doppelgelege (2 Eier) an einen Einrichtungsgegenstand oder verwenden einen angebotenen Eiablageplatz. Nach Möglichkeit sollte das Gelege in einen Inkubator überführt werden. Allerdings ist es auch kein Problem das Gelege im Terrarium zu inkubieren, es sei denn, dass es durch das tägliche übersprühen der Terrariumeinrichtung beschädigt wird. Es ist jedoch nicht ausgeschlossen, dass die Elterntiere dem Nachwuchs nachstellen. Unser erstes Gelege konnte dem Terrarium nicht entnommen werden und ein Schlüpfling wurde durch einen Elternteil gefressen obwohl den Eltern vorsichtshalber ausreichend Nahrung zur Verfügung stand.

Bei einer konstanten Inkubationstemperatur von 25 Grad Celsius schlüpften die Nachzuchten bei mir nach ca. 90 Tagen. Durch unsere verhältnismäßig niedrigen Temperaturen haben wir in der Vergangenheit bereits nachweislich überdurchschnittlich viele Weibchen nachzüchten können.
Da es sich um hartschalige Eier handelt, spielt die Luftfeuchtigkeit beim inkubieren keine große Rolle. Nachdem die Jungtiere geschlüpft sind überführe ich diese in unser Aufzuchtterrarium.

Aufzuchtterrarium

Aufzuchtterrarium Geckos

Pro Abschnitt sind die Tiere aus einem Doppelgelege untergebracht. Bisher gab es noch nie Probleme aufgrund der paarweisen Unterbringung. Die Aufzucht der Jungtiere bereitete bisher keinerlei Schwierigkeiten. Nur zwei Schlüpflinge waren aus ungeklärter Ursache zu schwach.

Als Nahrung für die Schlüpflinge verwende ich hauptsächlich selbst gezogene Erbsenblattläuse und Drosophila melanogaster. Die Drosos allerdings nur in Ausnahmefällen, da es vorkommen kann, das einige Tiere die Fliegen nicht vertragen. Nach ca. vier Monaten gebe ich die Jungtiere ab, da die Tiere dann langsam zu groß werden für die paarweise Haltung im Aufzuchtterrra, mir jedoch der Platz fehlt, um die Tiere einzeln unterzubringen.

Literatur:

Art für Art: Der Türkisblaue Zwerggecko: Lygodactylus williamsi

Art für Art: Der Türkisblaue Zwerggecko: Lygodactylus williamsi

 

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